Durchschnittsrendite und tatsächliche Rendite: Der Unterschied

Steigt eine Anlage abwechselnd um 25 % und fällt um 15 %, beträgt die durchschnittliche Rendite 5 % pro Jahr. Tatsächlich gewachsen ist das Geld aber nur um 3,08 % pro Jahr: Aus CHF 10’000 werden in 10 Jahren CHF 13’541, bei gleichmässig 5 % wären es CHF 16’289. Je stärker die Schwankungen, desto grösser die Lücke.

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Durchschnittliche und tatsächliche Rendite erklärt

Drei Verläufe mit 5 % Durchschnitt über 10 Jahre
JahresrenditenDurchschnittTatsächliche RenditeCHF 10’000 nach 10 Jahren
Jedes Jahr +5 %5,00 %5,00 %CHF 16’289
Abwechselnd +15 % und −5 %5,00 %4,52 %CHF 15’564
Abwechselnd +25 % und −15 %5,00 %3,08 %CHF 13’541
Einmaliger Betrag ohne Einzahlungen, ohne Kosten und vor Steuern. Gleichmässige 5 % aus dem Rechenkern, schwankende Jahre mit ihren Jahresrenditen nachgerechnet. Beispielrechnung, keine Prognose und keine Anlageempfehlung.

Was ist der Unterschied zwischen durchschnittlicher und tatsächlicher Rendite?

Die durchschnittliche Rendite zählt die Jahresrenditen zusammen und teilt durch die Anzahl Jahre (arithmetisches Mittel). Die tatsächliche Rendite ist der gleichbleibende Wertzuwachs pro Jahr, der zum selben Endbetrag führt (geometrisches Mittel). Ein Beispiel: +50 % und danach −50 % ergeben im Durchschnitt 0 %, aus CHF 10’000 werden aber CHF 7’500.

Warum ist die tatsächliche Rendite tiefer als der Durchschnitt?

Weil Verluste schwerer wiegen als gleich grosse Gewinne: Nach −50 % braucht es +100 %, um wieder beim Startwert zu sein. Je stärker die Renditen schwanken, desto grösser die Lücke. Bei abwechselnd +15 % und −5 % beträgt die tatsächliche Rendite 4,52 %, bei +25 % und −15 % 3,08 %, obwohl beide Male der Durchschnitt 5 % ist. Als Faustregel liegt die tatsächliche Rendite um die halbe quadrierte Schwankung unter dem Durchschnitt: Schwanken die Jahre um 20 Prozentpunkte um den Durchschnitt, sind das 0,2 × 0,2 ÷ 2 = 2 Prozentpunkte weniger.

Welche Rendite soll ich in einen Sparrechner eingeben?

Die tatsächliche, also die annualisierte Rendite. Fincalc rechnet wie übliche Sparrechner mit einem gleichbleibenden Wertzuwachs pro Jahr. Gibst du stattdessen einen Durchschnitt schwankender Jahre ein, überschätzt du das Ergebnis: Im Beispiel mit +25 % und −15 % zeigt der Rechner mit 5 % CHF 16’289, tatsächlich wären es CHF 13’541. In Factsheets von Fonds heisst die tatsächliche Rendite meist „annualisiert“ oder „p. a.“.

Spielt die Reihenfolge der Renditen eine Rolle?

Für einen einmal angelegten Betrag nicht: Bei neun Jahren mit +8 % und einem Jahr mit −30 % werden aus CHF 10’000 immer CHF 13’993, egal wann der Einbruch kommt; tatsächlich sind das 3,42 % pro Jahr. Bei einem Sparplan schon: Wer zu Beginn jedes Jahres CHF 6’000 einzahlt, hat nach 10 Jahren CHF 89’315, wenn der Einbruch im ersten Jahr kommt, aber nur CHF 60’844, wenn er im letzten Jahr kommt. Dann trifft er das grösste Guthaben.

Wie berechne ich meine tatsächliche Rendite selbst?

Ohne Einzahlungen teilst du den Endwert durch den Startwert, ziehst die n-te Wurzel für n Jahre und subtrahierst 1. Werden aus CHF 10’000 in 8 Jahren CHF 15’000, sind das (15’000 ÷ 10’000)^(1/8) − 1 = 5,20 % pro Jahr. Mit Einzahlungen hilft der Rechner mit der Frage „Nötiges Wachstum“: CHF 10’000 zu Beginn und CHF 300 im Monat, die in 10 Jahren auf CHF 60’000 angewachsen sind, entsprechen 4,32 % pro Jahr.

Stand: 18. September 2026. Fincalc-Beträge berechnet mit Fincalc (Rechenversion exact-monthly-2), einem kostenlosen Rechner von Horizon Technologies GmbH. Inhaltlich verantwortlich: Markus Birri, Geschäftsführer.

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